Profimannschaft 28.08.2014, 10:31 Uhr

GORGON: "NÄCHSTE CHANCE, UNS DA RAUSZUZIEHEN"

Der FC Admira Wacker und FK Austria Wien halten nach dem ersten Sechstel der Saison bei je fünf Zählern. Am Samstag (19:00 Uhr, BSFZ Arena) in der siebenten Runde der tipico Bundesliga empfängt der Neunte den Achten aus der Hauptstadt.

Gorgon: "Nächste Chance, uns da rauszuziehen"

Zähler benötigen beide Klubs, Spannung scheint also garantiert. „In der Südstadt war und ist es eigentlich immer schwer. Dort wird einem gar nichts geschenkt, wie einem nirgendwo etwas geschenkt wird“, mahnt unser Flügelflitzer Alex Gorgon zur höchsten Konzentration.

Die Admira hat ihre Qualitäten. Es war vonnöten, dass wir eine gute Trainingswoche absolviert haben und gut auf den Gegner vorbereitet sind Alex Gorgon

„Die Admira hat ihre Qualitäten. Es war vonnöten, dass wir eine gute Trainingswoche absolviert haben und gut auf den Gegner vorbereitet sind“, sagt Austrias „schnellster“ Derby-Torschütze, der am vergangenen Sonntag mit seinem ersten Saisontreffer nach nur 16 Sekunden zum 1:0 gegen Rapid Geschichte schrieb.
 
Der 25-Jährige verbindet mit den Südstädtern übrigens positive Erfahrungen. Beim 2:4 am 28.8.2011 erzielte er am Verteilerkreis gegen sie sein erstes Tor (26. Minute) in der höchsten Spielklasse. Am 11.3.2012 schoss er beim Heim-2:1 das Siegestor gegen die Niederösterreicher, am 27.10.2012 traf er beim denkwürdigen 6:4 auswärts in einmal und beim 4:0 daheim am 23. 2.2013 köpfelte er das 1:0.
 
Gorgon hat also von seinen bisher 21 Bundesliga-Treffern vier gegen die Admiraner gescort. Und zuletzt am 22. März 2014 spielte er auswärts (1:0/De Paula/31. Minute) erstmals nach seiner Knie-OP durch. Das war natürlich ein ganz persönliches Erfolgserlebnis nach langer Verletzungspause.
 
Am 20.7.2013 in der ersten Runde der vorigen Saison bereitete „Gogo“ in Favoriten beim 2:0 über die wackeren Admiraner das 2:0 durch Marko Stankovic quasi vor. Gorgon war nur durch ein Foul im Strafraum zu stoppen gewesen. Wenn das keine guten Omen für unser Eigengewächs sind, das seit seinem vierten Lebensjahr nur Violett trägt.
 
„Jedes nächste Spiel ist eine große Chance, dass wir uns da irgendwie aus dem Schlamassel ziehen, dass wir den ersten Dreier einfahren. Wir reden schon seit drei, vier Wochen, aber heute, heute sind wir da, muss der erste Sieg gelingen. Das ist ein sehr schmaler Grat zwischen Verkrampfung und locker sein wollen“, erklärt der Rechtsfuß.

Im Derby durfte Alex Gorgon nach wenigen Sekunden jubeln

So schön der „Traumstart“ im Derby gegen Rapid (2:2) gewesen war, so bitter war das Ende. „So wie es zu unserer derzeitigen Situation passt, haben wir uns selber bestraft. Wir haben aufgehört zu spielen. Fakt ist, dass wir uns in einer so schlechten Saison befinden, dass wir sogar dann den 2:1-Vorsprung im Derby in den letzten sieben, achten Minuten vergeben“, resümierte der enttäusche Wiener mit polnischen Wurzeln und trauerte den vergebenen Chancen nach, aus denen man das 2:0 hätte erzielt werden können.
 
Dem neuerlichen Ausgleich der Hütteldorfer waren Eigenfehler vorausgegangen. „Es gab auf keinen Fall Schuldzuweisungen. Es geht nicht um den Einzelnen, wir verlieren gemeinsam und wir gewinnen gemeinsam“, erklärte Gorgon.

Liga-Pause nützen, um Reset-Button zu drücken

Zwischen der Admira-Partie und unserem nächsten Spiel am 13. September (18:30 Uhr) gegen SV Ried in der Generali-Arena ruht für zwei Wochen die Meisterschaft wegen der zur EM-Qualifikation zählenden Länderspiele. Ob diese Unterbrechung zur rechten Zeit kommt? Das, so Gorgon, sei schwer zu sagen.
 
Manchmal komme sie gelegen, manchmal auch nicht. „Vielleicht ist es in dieser Situation gar nicht so schlecht, dass wir kurz auf den Reset-Button drücken und irgendwie auch im Kopf frei werden“, sagt unser offensiver Mittelfeldspieler mit der Rückennummer 20 auf dem Trikot.
 
Es könnte in der ruhigeren Phase ein bisschen jene Lockerheit zurückkommen, die man benötigt, um dann auch Spiele erfolgreich zu bestreiten. „Am Wochenende ohne ein Spiel kann man etwas abschalten, uns Abwechslung verschaffen um möglicherweise endlich durchstarten zu können“, meint der Absolvent der Hollabrunner Akademie.
 
Das Training geht freilich für die nicht für diverse in- und ausländische Auswahlen nominierten Spieler weiter, nach der Devise wer rastet, der rostet. Trainer Gerald Baumgartner und sein Betreuerstab haben viel Arbeit vor sich, die Austria auf Kurs zu bringen. „Nicht alle Spieler sind in guter Form, alle Offensiv-Spieler sind noch nicht dort, wo wir uns das vorstellen“, sagte Baumgartner nach dem Derby.
 
Gorgon, der seit Sommer 2010 im Profikader ist und am 2.10.2010 beim 2:3 gegen Sturm in der 83. Minute für Peter Hlinka eingewechselt worden war und damit sein Liga-Debüt gefeiert hatte, war bisher übrigens in allen sieben Saison-Pflichtpartien (inklusive ÖFB-Cup/1 Tor und 2 Assists) dabei, stand sechsmal in der Startelf und wurde beim 1:1 in Graz gegen Sturm für Torschütze Daniel Royer eingewechselt.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 35 78
2. FK Austria Wien 35 60
3. SK Puntigamer Sturm Graz 35 60
4. CASHPOINT SCR Altach 35 53
5. FC Flyeralarm Admira 35 46
6. SK Rapid Wien 35 43
7. SV Mattersburg 35 40
8. RZ Pellets WAC 35 39
9. SKN St. Pölten 35 37
10. SV Guntamatic Ried 35 35
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