Bundesliga 25.08.2014, 15:34 Uhr

DIE ANALYSE EINES SCHMERZVOLLEN UNENTSCHIEDENS

Austria-Trainer Gerald Baumgartner analysiert auf fk-austria.at das 2:2 gegen Rapid. Plus: Statistische Facts zum 310. Wiener Derby.

Die Analyse eines schmerzvollen Unentschiedens

Zugegeben, nach dem 2:2 im 310.Wiener Derby, das ob des Saison- und Spielverlaufs einer gefühlten Niederlage beträchtlich nahekommt, ist es nicht einfach, das Duell gegen den ewigen Erzrivalen zu analysieren. Wir tun es im Versuch, die gewohnte Qualität aufrechtzuerhalten, dennoch gerne und in aller Ausführlichkeit.

Bilder des Spiels

Der späte Ausgleichstreffer durch Rapids Stefan Schwab verhinderte unseren ersten Saisonsieg – zu keinem besseren Zeitpunkt hätte er, ausgenommen der ersten fünf Spieltage, fallen können. Spielern und Trainer stand die Enttäuschung nach Spielschluss ins Gesicht geschrieben.

Den Offensivstärken besinnt

Zweimal ging Violett in Führung, zweimal glichen die Gäste aus. Gerald Baumgartner, der den trainingsfreien Dienstag strich, den Spielern dafür am Montag ein „Time out“ gab, war tags darauf ebenso wie am Sonntag auf klare, analytische Worte bedacht: „Wir haben sehr stark begonnen, hätten 2:0 in Führung gehen können. Rapid ist dann aufgekommen, war bis zur Pause wieder die bessere Mannschaft.“

Speziell Louis Schaub stellte die Veilchen vor der Pause vor Probleme, „er hat das 1:1 schön vorbereitet, wenngleich wir uns da nicht gut angestellt haben, besser in die Zweikämpfe hätten kommen müssen. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit wieder auf unser Spiel besinnt, die Bälle unten gelassen, nachdem hier unsere Offensivstärken liegen.“

Es gilt, dass wir Schritt für Schritt und Woche für Woche weiterkommen und uns besser kennenlernen Gerald Baumgartner

„In der zweiten Halbzeit waren wir dann stärker als Rapid, hatten die klareren Chancen und letzten Endes muss man sagen, dass wir wahrscheinlich gewonnen hätten, hätten wir uns am Ende keinen Fehler mehr erlaubt.“

Mario Leitgeb war beim Versuch, den Gegenspieler in einer engen Situation „anzuspitzeln“, um einen Einwurf zu ergattern, das erste Missgeschick unterlaufen, ehe im Strafraum trotz Überzahlsituation eines von wenigen Luftduellen verloren ging.

„Wir hätten diese Situation konsequenter klären müssen und wurden bestraft. Mario hat abgesehen davon eine gute Leistung gebracht.“ Nichtsdestotrotz nahm Leitgeb den Ausgleich auf seine Kappe, „das hätte ich anders lösen müssen, es tut mir weh und leid für die Mannschaft“.

Weiterkommen und kennenlernen

Baumgartner sah im Derby das bisher „beste Spiel“ der Mannschaft, „wir sind aber noch nicht bei 100 Prozent. Es gilt, dass wir Schritt für Schritt und Woche für Woche weiterkommen und uns besser kennenlernen. Es gibt noch viel zu tun – und das machen wir.“

Der Aktionsradius beider Teams

Statistisch gesehen war die Austria in vielen Belangen überlegen, verbuchte in einem rassigen Spiel 18:15 Torschüsse, gewann 52,6 Prozent der Zweikämpfe und beachtliche 65,9 Prozent aller Luftduelle.

Die meisten Ballkontakte verzeichnete Markus Suttner (85), die meisten Zweikämpfe führte Führungstorschütze Alex Gorgon 28 (davon 57 Prozent erfolgreich). Zweikampfstärkster Spieler am Platz war Vanche Shikov mit 83,3 Prozent an gewonnen Duellen. Omer Damari gelang per Elfer zudem sein zweiter Saisontreffer, herausgeholt wurde dieser von Joker Ola Kamara.

Die Heatmap beider Teams (hier wird der Aktionsradius der Mannschaften mit Spielrichtung von links nach rechts gezeigt. Je röter die Kennzeichnung ausfällt, desto häufiger wurde dieser Bereich bespielt) spiegelt die Partie durchaus treffend wieder: Sowohl Violett als auch Grün-Weiß dürfen auf eine flotte Partie zurückblicken, der es zwar keineswegs an Spannung, Klasse oder guten Möglichkeiten, jedoch etwas an Strafraumszenen mangelte.

Linktipps:

+ Viola TV: Reaktionen auf das Remis
+ Spielbericht
+ Video-Highlights

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 34 75
2. FK Austria Wien 34 60
3. SK Puntigamer Sturm Graz 34 57
4. CASHPOINT SCR Altach 34 53
5. FC Flyeralarm Admira 34 46
6. SK Rapid Wien 34 40
7. SV Mattersburg 34 40
8. RZ Pellets WAC 34 38
9. SKN St. Pölten 34 36
10. SV Guntamatic Ried 34 32
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