Profimannschaft 15.07.2014, 11:47 Uhr

BAUMGARTNER ANALYSIERT DIE WM 2014

Trotz der intensiven Vorbereitungsphase auf die Saison hat Austrias neuer Cheftrainer Gerald Baumgartner Zeit gefunden, das 20. FIFA-WM-Turnier in Brasilien via Fernsehen oder Internet zu verfolgen. Er sah „Sachen, die wir teilweise schon übernehmen“, sagte der Salzburger zu seinen Impressionen und über Trends.

Baumgartner analysiert die WM 2014

Die WM-Spiele in Brasilien hätten deutlich vor Augen geführt, welche Dinge im Fußball unbedingt notwendig seien. Der 49-Jährige zählte dabei die taktisch variablen Systeme der Mannschaften, inklusive Umstellung während eines Spiels und die Abwehrreihe mit drei Innen- und zwei Außenverteidigern als Absicherung auf den Flanken auf. Eine solche Variante hat man auch schon in den Reihen des FK Austria Wien gesehen.

Baumgartner über die WM

Das schnelle Umschalten gehört mittlerweile zu den Basics Gerald Baumgartner

„Die Niederlande haben sporadisch sogar mit einer Sieben-Mann-Kette in der Abwehr gespielt, wenn der Gegner den Ball hatte“, merkte der Nachfolger von Herbert Gager an. Das schnelle Umschalten sei sowieso ein Teil, der schon zu den Basics gehört. „In beiden Richtungen sowohl von defensiv auf offensiv und umgekehrt“, erklärte Baumgartner, der fast jede frei Minute nützt, um sich mit Fußball zu beschäftigen.

Besonders aufgefallen ist ihm in den WM-Spielen natürlich die hohe Fitness aller Spieler. Ohne körperlichen Topzustand sind die gesehenen Leistungen und die Spielweisen gar nicht umzusetzen. Die nackte Statistik brachte auch eine Torflut zutage, wie man sie in einer WM-Endrunde seit über 30 Jahren nicht mehr gesehen hat. Das sei auch ein Produkt der höheren Risikobereitschaft der Teams in der Gruppenphase, meint unser Trainer.

In den Gruppenspielen wäre die aggressive Spielweise vieler Teams, die vorne schon gepresst haben, auch ein Grund der vielen Treffer. „Da man früh den Ball erobert und nicht weit vom gegnerischen Gehäuse weg war“, erklärt der Coach. Ab dem Achtelfinale nach K.o.-System sind die Tore dann ja wieder weniger geworden. „Weil da die Defensive und das Absichern des eigenen 16-ers im Vordergrund standen“, so Baumgartner.

Stichwort Tore. Viele von ihnen erzielten Joker, ihre aktuelle Ausbeute hat es bei einer WM schon lange nicht mehr gegeben. Ein ausgeglichener Kader ist ebenfalls ein ganz wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Mannschaft. „Ja, natürlich. Wenn du erfolgreich sein willst, dann muss man als Trainer auch Auswechslungen vornehmen. Und am besten sind sie dann, wenn sie funktionieren. “, resümierte der violette Feldherr zum Thema Joker-Treffer.

Zweimal in den Vordergrund gerückt ist die erstmals im WM-Einsatz gewesene „Torlinien-Technologie“. Den ersten großen Auftritt hatte sie bei Frankreich – Honduras (3:0), als der zweite Treffer mit freiem Auge nicht auszumachen war. Die Innovation machte sich bei Italien – Costa Rica (0:1) ebenfalls bezahlt. Die Einführung der „Goal Control“ könnte einmal auch auf nationaler Ebene kommen.

„Sie könnte noch ein großes Thema werden. Weil man sich auch in Deutschland diese Einrichtung überlegt und es sind nicht alle Freunde davon, wie man weiß“, erzählt Baumgartner.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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